StIet 10
Die antiken Fundmünzen vom Monte Iato 1971-1990 : Ein Beitrag zur Geldgeschichte Westsiziliens / Suzanne FREY-KUPPER, Lausanne 2013, 2 vol., XVI + 522 p. & VIII + 294 p. + 65 pl. hors texte, ISBN 978-2-940351-16-9 & 978-2-940351-17-6 (Studia Ietina, ISSN 1422-8416 ; 10), € 167.–, FS 198.–
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In dieser Untersuchung von 1425 antiken Münzen vom Monte Iato wird erstmals das numismatische Material einer antiken Stadt Siziliens in seinem archäologischen Kontext ausgewertet und mit rund 15000 Münzen anderer Fundplätze eines historisch und geo­graphisch klar definierten Gebietes verglichen. Der Siedlungsgeschichte der Stadt Iaitas ent­sprechend liegen die Schwerpunkte zwischen dem späten 5. Jh. v. und 50 n. Chr., als diese — möglicherweise durch ein Erdbeben — zer­stört wurde.

Das für den Mittelmeerraum einmalige Daten­netz erlaubt es, die Geldproduktion und den Kleingeldumlauf der wechselnden Machthaber zu untersuchen. Die Fundmünzen geben Ein­blick sowohl in die „grosse“ Geschichte als auch in das Leben der Stadt auf dem Monte Iato.

Die meisten der zahlreichen Bronzemünzen aus der Zeit punischer und römischer Herrschaft waren bisher undatiert und viele davon konnten keiner Prägestätte zugewiesen werden. Sie wer­den hier zum ersten Mal zeitlich eingegrenzt, einer Prägestätte bzw. einem Prägegebiet zu­geordnet und zusammen mit anderen Material­gruppen in einen historischen Rahmen gestellt. Eigens behandelt werden die Münzen aus der Prägestätte vom Monte Iato.

Die punischen Bronzen bezeugen eine hervor­ragende Münzversorgung seit dem mittleren 4. Jh. v. Chr. bis zur römischen Eroberung im Ersten Punischen Krieg. Lokal-regional und überregional zusammen mit griechischen Mün­zen zirkulierende punische Prägungen werfen ein neues Licht auf Geldgebrauch, Wirtschafts­räume, kulturelle und religiöse Identitäten.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Verwal­tungsgeschichte, denn wie zuvor Karthago musste sich Rom in Sizilien, seiner ersten Pro­vinz, mit der Geldversorgung neu erworbener Gebiete auseinandersetzen. Die Prägungen aus römischer Zeit (Ende 3. Jh. v. Chr. bis Tiberius) lassen eine dreistufige Entwicklung erkennen: (a) den Import römischer Münzen aus Rom, dann die Herstellung solcher in Sizilien, (b) die Produktion lokaler, römisch-sizilischer Münzen und (c) Prägungen im Namen der Städte. Für die Beamtennamen auf den römisch-sizilischen Prägungen, wohl meist von Quästoren, stellen die Münzen eine einmalige Quelle dar. Solche kommen gelegentlich auch auf den Iaitiner Mün­zen vor, die jedoch einen Sonderstatus haben.

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